Chamäleon

Ich glaube, Frauchen ist ein Chamäleon .

Jeden Morgen steht sie auf, verknittert im Gesicht, die Haare matschig und zerwühlt und die Augen halb zu.

So schlurft sie dann in der Küche herum. Macht Frühstück, schickt ihre Männer weg , die großen und kleinen, und lässt in der Zeit ein paar Tassen Kaffee in ihrem Mund verschwinden. Ich bin ja immer schon froh, das sie mit meinem Frühstück den Fressnapf trifft, so verpeilt ist sie.

Aber dann, die Familie ist außer Haus, verschwindet sie im Bad, wo ich niemals freiwillig hinein gehen würde.

Dann höre ich das Wasser rauschen, und es klappert und zischt.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erscheint sie wieder. Eine ganz andere Frau.

Das Gesicht nahezu faltenfrei, die Haare gelockt, und die Augenränder bemalt. Nach unterschiedlichen Sachen riechend, das nennen Menschen glaub ich Parfüm.

Ich weiß nicht, wie sie das macht, aber bei Herrchen klappt das nie.

Hm.

Bei mir auch nicht.

Ich seh, wenn ich aus der Dusche komme, immer aus wie eine nasse Ratte.

Wuff