Fellwechsel II

Ich beobachtete gestern meinen Haarausfall. Auch wenn es noch so sehr juckte, ich vermied es, mich zu kratzen oder auf dem Teppich zu wälzen.

Meine Angst vor einer Glatze wurde noch durch Frauchens Kommentare untermauert. Wie üblich machte es ihr Spaß, mich zu ärgern. So legte sie mir zum Beispiel demonstrativ das Strickzeug vor die Nase, mit dem Hinweis, ich solle mir schon einmal eine Farbe für mein neues Fell aussuchen. Sie meinte, sie kann mir auch eins filzen, was ich aber ebenfalls dankend ablehnte – ich kenne Herrchens handgefilzte Hausschuhe. So einen Flohfeudel will ich nicht.

Da lauf ich doch eher nackt, echt.

Die Idee, mir ihre Lieblingsbluse zu geben, kam Frauchen mal wieder nicht. Obwohl ich fand, das das Muster mir besonders gut steht.

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Wuff

Langsam begann es unerträglich zu jucken, ich versuchte zu schlafen und es einfach auszublenden, aber es funktionierte nicht.

Wenn ich eindöste, träumte ich von Massagebürsten, die mir alle losen Haare wegschubberten, von herrlich hohen Wollteppichen, auf denen ich mich grunzend wälzen konnte, und von klaren kühlen Wasserfällen, die meinem Juckreiz den Garaus machen.

Leider sah ich mich am Ende der Träume immer nackt, nur mit zwei Haarbüscheln an den Haaren. Innen und außen.

Dann wurde ich wach, und besah mich erst einmal panisch.

Im Schlafzimmer , da wo die verbotenen Betten standen, war ein Spiegel, in dem auch ich mich betrachten konnte. Was ich auch stundenlang tat.

Ich sah bis jetzt keine haarlosen Stellen, so sehr ich mich auch wendete und drehte.

……..