Fellwechsel

Heute morgen bin ich aufgewacht und reckte und streckte mich. Das ist mein persönliches morgendliches Hundeyoga, meint Frauchen.

Dabei schaut sie mir immer zu und lächelt still in ihre Kaffetasse. Vielleicht freut sie sich, dass sie mich hat. Kann ich verstehen.

Wuff

Beim Strecken merkte ich, dass es in meinem Fell so komisch knisterst. Mein Pelz juckte und ich setzte mich hin, und kratzte mich ausgiebig. Dann schmiss ich mich auf den dicken Wollteppich im Wohnzimmer und wälzte mich darauf hin und her. Minutenlang.

Ich hielt die Nase in die Höhe, um zu schnüffeln, ob sich Frauchen schon um Frühstück für mich gekümmert hat. Hatte sie aber noch nicht, sie hatte wie jeden morgen erst einmal ihren Kaffee im Kopf. Also trottete ich zu ihr, um mich in Erinnerung zu bringen.

Sie folgte mir die ganze Zeit mit den Augen, und nippelte nebenbei an ihrer Tasse. Es war bestimmt schon die dritte Füllung, die sie sich einverleibte. Prima, und ich hatte noch nicht einmal eine im Napf, dachte ich, und stellte mich angesäuert auf die Hinterbeine an ihren Sessel.

Plötzlich quiekte sie los.

“BELLA! Du verlierst ja Unmengen an Haaren! Ach nöööööö…” Sie schob mich zur Seite und sich aus der Halbwaagerechten.

“Bella, kannst du dein Winterfell nicht behalten?” motzte sie mich an.”Alles voller Haare!!”

Ach das war das Knistern und jucken, dachte ich. Es geht also wieder los, Fellwechsel.

Ich kratzte mir verlegen eine immer noch juckende Stelle, als Frauchen zu kichern anfing.

“Wenn du weiter so machst, hast du bald eine Glatze!”

Hä?

Glatze? Ich?

Erschrocken sah ich unter mich. Der ganze Boden war voll mit weißen Härchen . Ich war geschockt, und sah mich schon als Nackthund, nur mit ein paar lächerlichen Fellbüscheln und von Frauchen in affigen Farben bestrickt im Garten rumrennen.

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