Kratzspuren 2

Nun bin ich soweit.

Frauchen sagt, jetzt bin ich einigermaßen wohngebietstauglich geworden. Ihre Masche, stehenzubleiben wenn ich mich in meinen Brustgurt schmeiße und losrennen will, hatte Erfolg. Zwar ist es noch ein mäßiger Erfolg, aber sie arbeitet leider weiter daran. Ich sage leider, weil es mir gelinde gesagt, gegen den Strich geht, mich fügen zu müssen. Denn ich seh das immer noch nicht ein, dass ich nicht mehr der Boss bin und sie dagegen die Chefin raushängen lässt.

Aber es klappt doch gut, ich zieh nicht mehr wie blöd, sagt Frauchen, so kann sie entspannter mit mir laufen und ich kann immer ein Auge auf ihrer Tasche haben, weil sie da immer mal was feines für mich rausholt.

Das andere haben wir nun auch ausgiebig beobachtet.

Die Herrchen und Frauchen von den anderen Hunden mögen das anscheinend gar nicht, wenn ich mich lautstark mit ihren Felltierchen unterhalte. Frauchen mag das auch nicht, sagt sie.

Deshalb hat sie mal wieder Rücksprache mit der Hundetrainerin genommen, und mein (Wieso mein ???) Problem erklärt.

Sie fing an, mir zu Hause wieder Leckerchen vor die Nase zu halten, er schnalzte sie leise mit der Zunge, dann bekam ich ein Leckerchen.

Konditionierung nannte sie das.

Wuff.

Das ist so, wenn Freitag Abend Herrchen von der Arbeit kommt und mit dem Autoschlüssel klappert. Dann fangen Frauchen und der Pimpf an zu sabbern, weil sie wissen, es gibt heute Abend Pizza. Mal fahren sie hin, mal kommt die Pizza her.

Genauso wurde ich auf ihre Leckerchen konditioniert.

Schnalzte sie mit der Zunge, wusste ich-Leckerchen sind im Anmarsch.

Das freut den Russel.

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