Pups

Heute lag ich ganz gemütlich im Wohnzimmer und sonnte meinen Russelbauch. Der war ziemlich vollgefressen, das Frühstück war noch nicht lange her, und ich war dementsprechend träge und müde.

Frauchen hängte Wäsche auf der Terrasse auf. Beim Öffnen der Tür erreichte ein schwacher Geruchsfetzen meine empfindliche Nase. Ich war schlagartig wach. Den Geruch kannte ich. Das war er, der Geruch des Ferkels. Meine Nackenhaare stellten sich auf und meine Nasenschleimhäute begannen zu vibrieren.

Als mein Frauchen wieder hereinkam, waberte ein erneuter Geruchsfetzten um meine Nase. Das war zuviel.

Wuffwuffwuffwuff..

“BELLA! Was soll das? ” Frauchen hielt sich die Ohren zu.

Ich kläffte was das Zeug hielt, sprang von meinem Hocker und versuchte, noch durch die halboffene Tür nach draußen zu gelangen. Aber Frauchen erkannte meine Absichten und schloss blitzartig die Tür.

Mist

Es dauerte eine Weile, bis ich meine Agression heruntergefahren hab, wie Frauchen immer zu sagen pflegt.

Dann legte ich mich wieder in die Sonne und schlosss die Augen.

“Geht doch.”sagte Frauchen zufrieden, während sie sich einen Kaffe nahm und begann, sich auf der Couch gemütlich einzurichten.

Ich tat so, als döse ich nur, aber in Wirklichkeit arbeitete mein Gehirn auf Hochtouren. Sie bemerkte das Qualmen meiner Denkzellen zum Glück nicht, und begann an ihrer Tasse zu nuckeln.

Nach einer Weile hatte ich einen Entschluss gefasst, wie ich sie dazu bringen würde, schnellstmöglich mit mir vor die Tür zu gehen. Ich spannte meinen Bauch ein bischen an, liess los, spannte ihn wieder an…und merkte langsam etwas.

Also stand ich auf, dödelte zu ihr hin, streckte mich und spannte meinen Bauch gleichzeitig an. Ein leiser quitschender Pups entfleuchte mir. Diesen untermalte ich mit einem weinerlichen leisen Jaulton.

“BELLA! Das ist jetzt nicht wahr, oder? Boah, du bist ein Stinker! Iiiihh” Frauchen wedelte mit den Händen, während sich ihre Gesichtsfarbe leicht in ein sanften Grünton wandelte.

Ich jaulte lauter.

“Jaja, ich komm ja schon…du warst doch erst draussen!” stöhnend rappelte sie sich vom Sofa auf, schlurfte in den Flur und begann, sich anzuziehen.

Ziel erreicht. Ich kam vor die Tür, zur Täterjagd.

Wuff

Ich stand eine Weile auf der Treppe und witterte. Der Geruch des Ferkels lag in der Luft, ich versuchte herauszufinden, aus welcher Richtung er kam. Alsolief ich hin und her.

Aber ich konnte ihn nicht orten. Mal kam er von links,

hund2 mal von der Wiesehund

und mal waberte er übers Feld zu mir herüber.

Ich zögerte und begann, den Boden abzuschnüffeln. Das dauerte lange,  ziemlich lange, und Frauchen verlor die Geduld.

“Ne du, veräppeln lass ich mich aber nicht.” meinte sie, klemmte mich wieder unter den Arm und trug mich in die Wohnung zurück. Dann setzte sie mich in meine Box und sagte ” Hier kannst du pupsen solange du willst.”

Danach rauschte sie mit ihrem Kaffee und dem Tablet ins Schlafzimmer.

Mist

Werd mir was anderes überlegen müssen.