Maschendraht

Aua, mein Bauch tut weh.

Frauchen sagte aber, ich bin selber schuld. Das kann ich so nicht unterschreiben, ich fühle mich nämlich nicht schuldig. Schuld ist der Kater. Und nur der Kater.

Ich war im Garten, leider an der Schleppleine, weil Frauchen sonst in Sorge ist, dass ich wieder spazieren gehe. Allein, versteht sich. Ich fing Bällchen, spielte mit meinem Otto und schnüffelte nach Leckerchen, die Frauchen im Garten versteckt hatte.

Da hörte ich das Geräusch, was ich nicht in meinem Garten haben möchte. ” Miau…..”  Ich sah auf und da saß er. Rotzfrech auf der anderen Seite der Wiese, hinter dem Maschendraht.

WuffWuffWuff

Blitzschnell trat Frauchen auf die Leine. Sie hatte mich gerade noch erwischt. Ich bellte mir unterdessen die Seele aus dem Leib und Frauchen hielt sich die Ohren zu. Den Kater interessierte das nicht. Er sah mich unentwegt an. Dann begann er sich zu putzen. Er war sich seiner Sache sehr sicher. Genüsslich schleckte er sich ab, rieb mit den Pfötchen über die Ohren und gähnte schließlich.

Ich war mittlerweile schon ganz heiser und Frauchen fast taub.  Sie versuchte mich zu schnappen und ins Haus zu bringen, schaffte es aber nicht. Unbemerkt von ihr rutschte ihr dann die Leine unter dem Fuß weg und ich nutze meine Chance.

Mit einem gewaltigen Satz sprang ich in den Maschendraht…….und blieb stecken.

Der Kater erschrak und sprang auf den Baum, der neben der Wiese steht. Und ich hing wehrlos im Zaun und kam nicht vorwärts und nicht rückwärts.

Mein gemeines schadenfrohes Frauchen bekam einen Lachanfall, während ich um mein kleines zartes Hundeleben kämpfte.

Sie pulte mich aus dem Zaun, sah nach, ob ich mich verletzt hatte und trug mich rein. Als sie die Tür schloss, sah ich den Kater in meinen Garten springen, wo er es sich auf Hasis Stall in der Sonne gemütlich machte. Er sah mich an und grinste.

Ich zog beleidigt in mein Körbchen ab und hatte Rachegedanken.

Ein paar Minuten später hielt mir mein allerliebstes Frauchen einen saftigenKauknochen unter die Nase. ” Komm, Kleine, ein Trostpflaster.”

Während ich kaute überlegte ich, ob es sich lohnen würde, morgen wieder in den Zaun zu hüpfen und dafür einen Knochen zu kassieren.

Werd mir das noch mal überlegen.

Wuff