Bockwurstbeine

Wir sind heute in die Stadt gefahren. Nein, ins Dorf.  Stadt sieht anders aus, sagte Frauchen.

Ich soll lernen, mich unter Leuten zu bewegen. Unter Leuten kann ich mich ganz gut bewegen, schon, weil ich ja immer noch nicht Rottweilergröße hab, aber Frauchen sieht das anders.

Nun hab ich mir das Dorfleben einmal angeschaut. Wir sind also so rumgelaufen und ich hab hier und da geschnüffelt. Es lagen ganz viele Hundehaufen an der Strasse und Frauchen hat sich darüber mokiert, daß die Leute keinen Beutel nehmen. Ich find das zwar seltsam, dass sie meinen Haufen immer in einen Beutel einpackt, aber so bleibt es hier sauber, sagt sie.

Dann waren wir Eis essen. Also Frauchen hat gegessen und ich hab mit traurigen Augen zugeschaut. Sie konnte das leider sehr gut ignorieren, so traurig und bettelnd ich sie auch angesehen habe.

Plötzlich roch ich Schokoladeneis.

Sofort wurde mein Jagdinstinkt geweckt, und ich schaute mich unauffällig um.
Das Eis gehörte einer ziemlich runden jungen Frau, deren Leggins ihre Schenkel so einschnürte,das sie einer fleischigen Bockwurst nicht unähnlich waren. Sie kam mit ihrem Freund um die Ecke gebogen und ging direkt auf die Bank zu, auf der mein Frauchen gerade ihr Eis verspeist hatte und nun noch etwas ausruhte.
Sie baute sich mit ihren Bockwurstbeinen vor mir auf und säuselte ” Ist der süß..”
Damit meinte sie mich, und sie sah mich an, als wolle sie mich nach ihrem Eis verspeisen.
Dem beugte ich vor. Willig ließ ich mich streicheln und schnappte im geeigneten Moment zu.
Sie schrie auf, ließ mich los und das Eis fallen.
Ich schnappte die Waffel fast noch in der Luft und sah zu dass unter die Bank komme. Bis mein Frauchen mich da herausgezogen hatte, war das Eis in meinem Bauch verschwunden.

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Und jetzt lieg ich hier und muss erst mal verdauen. Mann, war das Eis gut. Muss ich unbedingt wiederholen.

Wuff