Rache

 

Heute sollte es schön werden , blauer Himmel und die Sonne sollte scheinen . Kam aber nicht . Stattdessen war es kalt und trüb und eben wieder so, wie ein westfälischer Wintertag aussieht.

Trotzdem sind wir raus. Ich versuchte, das gleiche Ding wie gestern abzuziehen. Frauchen dagegen versuchte, ihr Ding durchzuziehen. Wir zogen also an unterschiedlichen Enden, sozusagen.

Es hat wieder ewig gedauert bis ich rauskam,nicht mal das Pullern auf den Abtreter brachte was. Frauchen hatte mich durchschaut und vorher kurz rausgelassen. Dann sah sie mich an und zog ihre Augenbraue hoch.

Mist.

Also,wieder Jacke an…Jacke aus. Bis ich die Klappe hielt und mich auf den Abtreter legte. Dann hat sie mich angeleint. Vor lauter Frust hab ich dann draußen rumgebellt, dass ihr Hören und Sehen verging. Sie ignorierte das. “Daran fangen wir morgen an zu arbeiten, Bella.” sagte sie nur kühl.

Ich befürchte, dann vergeht mir morgen Hören und Sehen.

Na klasse.

Nachdem wir wieder drin waren, ging Frauchen ohne mich in den Garten. Sie wollte Hasi füttern. Ich frag mich, ob er nicht schon rund genug ist. Dann braucht sie ihn nicht mehr füttern, sondern kann mit ihm mich füttern. Aber das soll ich mir gar nicht einbilden, meint sie. Schauen wir mal. Ich seh ihn mir bei Gelegenheit mal genauer an.

Wuff

Sie lief da so durch den Garten und zählte die Hügel , die die Mäuse und Maulwürfe auf meiner Wiese gegraben haben. Plötzlich sprang der dicke Kater über den Zaun. Im Schnäuzchen hatte er eine Wühlmaus. Hey, das ist meine! Ich begann in der Wohnung zu toben, aber der zeigte sich davon völlig unbeeindruckt. Er legte die Maus vor Frauchens Füße, der Schleimer.

Frauchen quikte los. Und nahm die Maus, die noch lebte, in die Hand.

Hä?

Will sie mir die jetzt bringen? Yammi, her damit! Ich hechelte vor lauter Vorfreude auf lecker Maus am Stück hinter der Scheibe.

Frauchen zeigte mir einen Vogel und wollte die Maus über den Zaun setzen. Außer Katzenreichweite sozusagen.

Die Maus aber hatte keine Lust darauf, durch die Gegend getragen zu werden. Sie biss ihr mit Schmackes in den Daumen, das undankbare Vieh. Und Frauchen quikte wieder. Diesmal vor Schmerz.

Mein Frauchen schaffte es noch, die Maus über den Zaun in das Gebüsch zu tun, dann drehte sie sich mit Tränen in den Augen zu mir um. Anklagend sah sie mich an und hielt mir den blutenden Daumen vor die Scheibe.

Hätte sie mich vor ein paar Tagen weiterbuddeln lassen…selber schuld. Rache ist süß.

Doch ich wendete mich ab, ignorierte den doofen Kater und mein jammerndes Frauchen und ging schlafen.

Ich kann nämlich auch anders. Wuff