Risotto mit Würstchen

Heute sollte es bei meiner Familie Risotto und gebratene Würstchen geben.
Frauchen stand vor dem Kühlschrank mit der obligatorischen Kaffeetasse in der Hand.
“Was koch ich denn heute…” murmelte sie.
Ihr Blick fiel auf mich, der ich unter der geöffneten Kühlschranktür stand und darauf wartete, Heruntergefallenes in Empfang zu nehmen.
Fiel aber nix, stattdessen schaute mich Frauchen an “Ich weiß was wir heute machen, Russel süß-sauer!” und sie grinste dabei. “Reis hab ich noch..Komm, Bella, zieh dein Fell aus!”
Wir fixierten uns eine Weile, dann gab sie auf und schaute wieder in den Kühler.
1:0 für mich.
Sie nahm eine kleine Packung Wiener Würstchen raus und wog sie in der Hand. “Hm, passt, ich mach Risotto und Würstchen.”
Der Blick auf die Uhr sagte ihr, dass es Zeit zu kochen wäre.
Also fing sie an, eine Zwiebel zu schälen und zu schneiden, die hohe Pfanne auf den Herd zu stellen und so weiter.
Das war für mich eher uninteressant, denn rohen Reis und Zwiebeln fress ich ausnahmsweise nicht.
Obwohl es ja wenig Dinge gibt, die nicht in meinem Russelbauch verschwinden.
Aber die Würstchen…die interessierten mich schon.
Wuff
ich machte es mir in meiner Schrankecke gemütlich, also die Ecke, an der die beiden Küchenschränke zusammenstossen und ich somit den besten Überblick über das Kochgeschehen hab.
Sozusagen 1a-Lage.
Sie köchelte den Reis, und begann, auf dem Tisch die Würschen klein zu schneiden.
Ich tat so als döse ich, die bewährte Art mich unauffällig zu verhalten, und senkte die Lider.
Aber die Würstchen liess ich nicht aus den Augen.
Der Reis war gut und Frauchen war fertig mit Schneiden. Gerade wollte sie die Scheiben in die Pfanne tun…da klingelte es.
“Mein Gott, der hat doch einen Schlüssel..”
Es klingelte wieder.
Frauchen stöhnte und ging zur Tür. Ich hatte mir verkniffen zu bellen, weil ich ihre Aufmerksamkeit nicht auf mich lenken wollte.
Sie war gerade aus der Küchentür, als ich schon wie ein Blitz auf dem Küchentisch saß.
Jaha…da macht mir keiner etwas vor.
In Sekundenschnelle verschwand ein Wurtstück nach dem anderen in meinem immer empfangsbereiten Magen.
Als Frauchen die Haustür öffnete und “Oh, die Würstchen stehen noch auf dem Tisch!” rief, schnappte ich mir das letzte Stück und verschwand damit schmatzend in meiner Box.
Sie kam zurück in die Küche gerannt und schaute ungläubig auf den Tisch, auf dem nur noch winzige Rester zu sehen waren.
Dafür ertönte ein kräftiger “Rülps” aus meinem Magen.
“BELLA! Ich fass es nicht, der hat die ganze Wurst gefressen.” jammerte Frauchen.
“Was gibt es heute zu Mittag?” fragte der kleine Junge, der eben zur Tür reinkam.
“Risotto.”
“Lecker! Mit Würstchen?” fragte der Pimpf und leckte sich die Lippen.
Frauchen schaute mich an “Nur Risotto, wir machen es heute vegetarisch. Die Würstchen hat der Hund gefressen.”
Ich leckte mir ganz unschuldig die Schnauze und rollte mich zusammen. So konnte ich das entgeisterte Gesicht des Pimpfes gut ignorieren.
Erst mal ein Verdauungsschläfchen..
Wuff