Wo ist er?

20140929_221724 (Large)Ich konnte kaum erwarten, daß der Morgen kommt.
Frauchen hatte mir versprochen, mit mir heute früh einen Schnee-Russel zu bauen.
Wir wollten quasi die Russel-Quote erfüllen.
Wuff
Außerdem hatte ich Lust, wieder draußen rumzutoben und im Schnee rumzuspringen.
Also saß ich heute in aller Frühe schon winselnd in der Küche.
Ich jaulte und jammerte, dass sich die Balken bogen. Nach einer Weile kam Herrchen in die Küche.
“Bella! Was machst du für ein Theater? Es ist mitten in der Nacht!” müde und mit halbgeschlossenen Auge kratzte er sich am Bauch.
Dann seufzte er und nahm die Leine. “Komm, geh pinkeln.” Hä? Der wollte doch nicht im Ernst sooo mit raus.
Aber nun ja, wenn es ihm egal war…
Ich rannte zur Tür, ließ mir die Leine anlegen und sprang heraus. Sofort hielt ich inne.
Irgend etwas stimmte nicht.
WO zum Köter war der Schnee? Wer hat ihn geklaut?
Ich war irritiert und stocksauer.
WuffWuffWuffWuff
WuffWuffWuffWuff
WuffWuffWuffWuff
“BELLA! AUS!” Herrchen verstand meine Aufregung nicht. Also bellte ich weiter.
Irgendwer musste das Zeug doch gestohlen haben!
Der gruselige Schneemann schaute mich aus tief eingesunkenen Augäpfeln noch gruseliger an.
Ha!
Der war es!
Ich sprang ihn an, kratzte und biss ihn, scharrte an seinem Bauch und hüpfte an ihm hoch.
Der soll gefälligst den Schnee wieder rausrücken!
“Bella, es ist mitten in der Nacht, ich will noch schlafen. Lass den Scheiss und komm rein!”
Herrchen verstand immer noch nicht. Er lehnte müde am Rahmen der Haustür.
Also kratzte ich weiter an der untersten Kugel…….der Schneemann geriet ins Wanken und stürzte um.
Der Kopf mit der Möhre verfehlte mich nur um Schwanzesbreite.
Daraufhin erschrak ich mächtig und schoß los, Richtung Hof.
Mein Ruck muss so heftig gewesen sein, daß Herrchen das Gleichgewicht verlor und langsam, fast in Zeitlupe, umfiel.
Er landete weich mit dem Kopf auf dem heruntergefallenen Kopf des Schneemanns.
Als er sich wieder zeternd aufrappelte, hatte er Schnee und Reste von einem eingerollten Maulwurfshügel in den Haaren. ‘Gut daß kein Maulwurf im Schnee war..’ dachte ich mir, bevor ich zu ihm hinsprang und versuchte, ihm das Gesicht zu lecken.
Er knurrte mich nur unwillig an und zeigte mit dem ausgestreckten Finger auf die Tür.
Langsam schlich ich an ihm vorbei, mit weggedrehten Kopf und hochgereckten Schwänzchen.
Als er mir die Leine abmachte sagte er nur: Hau ab!”
Okay, dann schlaf ich noch ein bischen….
Ist ja auch noch mitten in der Nacht.
Wuff