Katzenjagd

Wir waren im Garten, weil Frauchen unbedingt noch Apportieren mit mir üben wollte.
Also das immer wieder schöne Spiel.
“Bring den Ball!”
Ich tu ihr dann immer den Gefallen, den Ball möglichst vor die Füße zu schmeißen, denn so ein Desaster wie das letzte mal wollte ich nicht wieder.
Da war sie ja völlig fertig.
Also Ball geworfen, hinterhergehechelt, gebracht, ausgespuckt und von vorn.
Jippppiee
Irgendwann werde ich in die Annalen als Superbällchenbringer eingehen..jaaaa.
Also rannte ich dem Ball hinterher, und rannte..und rannte..
Da sah ich aus den Augenwinkeln etwas Schwarzes, etwas, was nicht hierher gehörte, also meiner Meinung nach.
Dieses Etwas lag, von mir unverständlicherweise unbemerkt, auf der Fensterbank und schlief.
Ich sah noch einmal genauer hin und hob die Nase ein bischen.
HA! Die Katze! Auf MEINER Fensterbank! In MEINEM Garten!
WuffWuffWuffWuff….
WuffWuffWuffWuff….
WuffWuffWuffWuff…..
WuffWuffWuffWuff….
WuffWuffWuffWuff….

Da endlich wachte sie auf.
Sie war etwas verwirrt, denn sie sah erst mal Frauchen an.
“Bella! Hierher, komm!”
Aber ich kam nicht.
Die Katze sprang von der Fensterbank und wollte weg. Logisch. Bei meinem Anblick..
“Bella!”
Nö.
Katzenjagen ist viel interessanter.
Die Katze sprang über den Zaun, fast hätte ich sie noch am Schwanz gehabt.
Mist.
Sie drehte sich noch eimmal um und zeigte mir ihre Zähne. Ich glaub, sie hob auch den Stinkefinger…äh..die Stinkekralle.
“Bella! HIERHER!”
Nö.
Die Katze wollte grinsend in der Wiese verschwinden.
Ohne mich, hehe.
Ich quetschte mich durch ! das Gartentor und sprintete los.
Frauchens Rufen klang ganz schön verzweifelt, aber da konnte ich jetzt keine Rücksicht drauf nehmen.
“BELLAAAA!”
Die Katze also über die Wiese, ich hinterher.
Mal schauten ihre Ohren aus dem Gras, dann wieder meine.
Es war gar nicht so leicht, sie bei dem hohen Gras nicht aus den Augen zu verlieren.
Kurz überlegte ich, was ich dann wohl mit ihr mache, da fiel mir ein, dass ich ja momentan gar keine Zähne hab!
Mist! Mist! Mist!
Mein kurzes Zaudern nutzte sie aus.
Sie war weg.
Ich schnüffelte noch ein bischen, aber am Fuß eines Baumes muss sie sich in Luft aufgelöst haben, denn ihre Spur endete hier.
Und Frauchen stand gestikulierend am Gartenzaun. Der war nämlich abgeschlossen und sie kam nicht drüber.
So lief ich dann gemächlich nach Hause, schnüffelte noch ein bischen rum, hier und da..
Da sah ich , dass Frauchen in die Tasche griff, in der Tasche waren meine Leckerchen!
Yammi….
Nach einem Endspurt kam ich wieder bei ihr an, kroch durch die geschlossene Gartetür und hüpfte an ihr hoch.
Sie fing mich auf und drückte mich an ihren Busen, daß mir fast die Luft wegblieb.
Dabei schob sie mir das Leckerchen fast bis zum Zäpfchen in den Hals und drückte ihre feuchte Nase auf meinen Kopf.
“Bella…” flüsterte sie.

Wieder was gelernt.
Katze jagen-> Schmusen ->Leckerchen.
Werd ich jetzt öfter machen, bin halt ein schlauer Hund.
Aber erst warte ich, dass mir Reißzähne wachsen.
Und dann, Katzen, zieht euch warm an!
Wuff