Spielzeug- Das Ende vom Lied

Doch, sie meinte das ziemlich ernst, wie ich mit Entsetzen feststellte.

“Wie kann ich ihnen helfen?” ein nett aussehender junger Mann stand plötzlich neben uns. Ein angenehmer Duft umspülte mein Riechorgan. Ich reckte mich ein bisschen und schnupperte genauer. Sofort klebte meine Nase an seinem Hosenbein fest, er roch unglaublich gut nach Currywurst.

“Ich möchte einmal das Rennrad da anschauen.” sprach sie und lächelte ihn freundlich an. Scheinbar hatte sie sich schon mit Geierblick eins ausgesucht.

Ich verdrehte die Augen, so gut es eben ging, mit der Nase an der Hose.

Grad hatte ich einen Fettspritzer entdeckt, den ich nun genüsslich abschlabbern wollte, als der junge Mann zu dem Rad trat und somit die Hose außer meiner Zungenreichweite geriet.

Mist.

Er sah mein Frauchen an, und ich bemerkte, ein leises Zucken seiner rechten Augenbraue. Scheinbar dachte er das Gleiche wie ich. Nur Herrchen nahm es mit stoischer Gelassenheit. Er kannte Frauchens Kapriolen.

“Ahhhjaaa, dann hole ich es ihnen raus.” Wieder wehte die Currywursthose an meiner Nase vorbei, und meine Nase reckte sich sehnsüchtig hinterher. Der Verkäufer zog das Rad aus der Reihe von Rädern, die dort ausgestellt waren, stellte ein bisschen daran herum und hielt es Frauchen hin. Ihre Augen begannen zu glitzern, wie ich es bisher nur kannte, wenn sie am Schuhgeschäft vorbei ging.

“Möchten sie mal probieren? Die Höhe müsste passen.” er hielt es ihr hin. Sie klimperte strahlend mit den Augen, dass ich Angst hatte, sie würden ihr rausfallen.

Herrchen las unterdessen das Preisschild, das unauffällig befestigt war und nahm die Farbe seiner Gehstütze an. Er wurde hellgrau im Gesicht.

Ich hatte die Vermutung, dass auch ich so langsam hellgrau um die Nase wurde, denn meine volle Blase drückte stärker. Aber immer noch versuchte ich zu ignorieren.

Frauchen behängte Herrchen unterdessen mit ihrer Handtasche und griff schwungvoll zum Rad. Es sah ziemlich ungelenk aus, wie sie versuchte, den Berg…äääh Sattel zu besteigen. Es klappte nicht.

Der junge Mann sicherte das Rad, indem er sich über das Vorderrad stellte und den Lenker fest in den Händen hielt.

“Der Sattel ist zu hoch!” bemängelte Frauchen, als sie erneut versuchte, ihr fülliges Bein über denselbigen zu bekommen.

“Neinnein, der passt. Versuchen sie’s nochmal! Nur Mut!” Er stellte das Bein etwas vor.

Ein neuer Geruchsfetzen drang an meine Nase.

Frauchen ächzte und stöhnte.

Meine Nase wanderte unterdessen immer mehr Richtung Hosenbein. Dann hatte ich es erreicht und begann es abzulecken.

“Pfui!” der Verkäufer brüllte mich an und zog das Bein weg. Ich erschrak fast zu Tode und biss beherzt in den Stoff.

Dadurch verlor er das Gleichgewicht, just ,als Frauchen beide Beine in der Luft hatte und auf dem Sattel saß. Vergebens versuchte er, sie zu halten. Vergebens versuchte sie zappelnd, sich zu halten und vergebens versuchte leider auch ich, etwas zu halten. Meine übervolle Blase entleerte sich blitzschnell.

Er fiel, sie fiel und ich zog winselnd mit einem Stofffetzen im Schnäuzchen eine nasse  Spur zu Herrchen, der noch versuchte, seine Herzallerliebste vor dem endgültigen Fall zu bewahren, aber durch ihre zappelnde Beine ebenfalls zu Boden ging. Er hatte im Gewühl die Leine verloren, was mich dazu brachte, fluchtartig das Weite zu suchen, und mich in ein bereitstehendes Zelt zu verkriechen.

Da saß ich nun, sah dem Chaos entgeistert zu. Sah, wie sich alle aufrappelten, stöhnend und schimpfend, sah, wie Frauchen ihr Knie rieb und Herrchen seinen Po.

Der Verkäufer schimpfte über das Loch in der Hose und die Pfütze im Laden, Frauchen über den zu hohen Sattel, Herrchen über ihre Idee mit dem Rad. Und alle über mich.

Derweil lag ich im Zelt, lutschte den Rest Currywurstgeschmack aus der Fitzelchen Stoff und dachte nach, wie ich hier rauskomme.

Herrchen und Frauchen wischten meine Pfütze auf, klärten die Sache mit der kaputten Hose, gleichzeitig riefen und suchten sie mich.

Ich machte mich klein, noch kleiner als ich schon bin.

Dann sah ich sie zum Ausgang laufen und den Verkäufer im Büro verschwinden. Da verschwand auch ich. Fix und unerkannt rannte ich auf Umwegen und mit Regaldeckung aus dem Laden und sprang in das geöffnete Auto. Direkt Herrchen auf den Schoß. Er zog eine Augenbraue hoch und sah mich an.

“Köter…” sagte er, aber ich sah, wie er lächelte.

Wuff

 

 

 

 

 

 

 

 

Frauchen hat getippselt

“Hallo Else! Ja ich bin es,die Gerda. Wie gehts dir denn? Gut sachste? Und das mit deinem Blutdruck, is besser? Ja siehste, ist ja nun doch noch nichts mit abnippeln bei dir. Wirst wohl hundert Jahre werden. Hihi… Du wirst dann son altes Klappergestell mit Lockenwicklern. Nee, war nicht so gemeint, bin ja schon immer n bisschen neidisch auf deine Figur gewesen, neee, ich sag nicht mehr altes Klappergestell zu dir. Hach ist schon gut, kennst doch mein loses Mundwerk, Else. Jaaa, mir geht es auch so heiter bis wolkig. Mal mehr heiter, dann mehr wolkig. Ja, du weißt ja wie das ist. Die Gelenke kaputt und so. Wir werden eben nicht jünger. Jaja, meinem Egon gehts auch gut. Wenn der nur nicht immer diesen schlimmen Mundgeruch hätte, pfui Teufel sag ich dir, pfui Teufel.Da ist ein reifer Harzer Roller das teuerste Parfüm dagegen. Nääää, der war deswegen doch nich beim Doktor. Er sagt, er brauch das nicht. Der Doktor sieht in erst wieder,wenn er inne Grube muss. Letztes Jahr hatte ihn doch was gestochen , hatte ich doch erzählt, nich? Der ganze Arm war dann dick, weißte noch? Da meinte er auch , er geht doch nicht wegen son bischen Mückenlülle zumme Doctor. Und dann ? Ne fette Infektion hatte er, aber dicke, sag ich dir, ganz dicke. Wochenlang konnte er nich beim Landschaftsgärtner helfen, da ging nix mehr, gar nix mehr. — Jaaaa, das auch nicht mehr. Also Else, jetzt hör aber auf, sowas…, also neee, aus dem Alter ist er doch raus. Also wirklich, Else, an sowas denkt der doch nicht einmal mehr. Ins Kloster könnt ich bei ihm gehen. Ins Kloster! Was sachste? Dein Wilhelm denkt da auch nicht mehr dran? Naja, weißt ja, auf dünne Frauen stand der ja noch nie. Neeee, ich spiele nicht auf deine Figur an, also das würd ich doch nie machen, kennst mich doch. Aber dein Wilhelm……der will schon was in der Hand haben. So Klappergestelle liegen ihm nicht. Woher ich das weiß? Ach Else, komm, als wir das letzte Mal mit euch Doppelkopf gespielt haben, hatte er doch sowas angedeutet. Neee, er hat nicht dich gemeint, nicht direkt. Neee, sowas macht der doch nicht. Jetzt sei doch nicht schon wieder beleidigt, Else, da kann ich doch nichts dafür! Da musste aber auch mal richtig essen! Nich immer nur Salat! Ich find ja nur, dass du schon ein wenig dünn bist. Nein, ich hab doch gar nichts gegen deine Figur, ich sach doch nix. Jaaa, das mit dem Klappergestell tut mir leid…..ja doch. Mensch, Else, jetzt schrei mich nicht so an! Denk an deine Blutdruck! Deine Blutdruck! Else? Bist du noch dran? Else? EEEELSE..?

Spielzeug

„Komm doch mal mit nach Bielefeld, ich will mir ein Spielzeug anschauen..“ so nervte Frauchen seit einigen Tagen Herrchen. Dieser winkte regelmäßig ab. „Du hast doch eins. Nimm doch erstmal das..“

Aber sie ließ nicht locker. Irgendwann hatte auch sein dickes Fell Löcher und er holte entnervt das Auto aus der Garage.

Ich hörte nur „ Spielzeug“ und saß in nullkommanix in meiner Transportbox.

Wir fuhren eine ganze Weile, dann waren wir da. Ich jieperte, weil ich es vor lauter Aufregeung nicht vorher auf die Wiese geschafft hatte und meine Blase drückte. Außerdem war ich neugierig, was sie mit Spielzeug meinten.

Ich verkniff meine Blase und sprang raus. Boah… was war das denn? Ein großes Fußballtor stand vor dem Laden, und viele Bälle lagen da rum. Na wenn ich hier nicht richtig bin, dachte ich, und wollte mich schon laut jaulend ins Ballgewühl stürzen. Leider sah Frauchen mein Blitzen in den Augen und stemmte sich in die Leine.

Mist.

Wuff.

Sie zog mich, der ich nun hechelnd vor Enttäuschung an der Leine hing, in den Laden.

Herrchen hechelte auch. Seine Gehstütze stampfte ein schnelles Stakkato in den Boden, denn er war geschwindigkeitsmäßig am Limit.

Frauchen interessierte das nicht. Zielstrebig zerrte sie mich in die Fahrradabteilung.

Hä? Sie hat doch eins dachte ich nur, da beugte sie sich zu mir herunter. „Ich will mir nämlich ein Rennrad kaufen.“ flüsterte sie mir leise in mein Köterohr. „Da staunst du, was? Ich sage dir , Hundi, damit geh ich ab wie der Blitz..“

Sie nahm die Räder in Augenschein.

Ich staunte wirklich. Mit weit aufgerissenen Augen besah ich den schmalen Sattel und verglich ihn mit ihren üppigen Rundungen. Das meinte sie doch nicht ernst, dachte ich, aber da winkte sie schon einen Verkäufer herbei….

Frauchen

Mein Frauchen muss ja seit einiger Zeit immer die Beiträge von mir in den Rechner tippen, da ich ja nun nicht so richtig mit der Tastatur klarkomme.

Nun hat sie durch mich einen literarischen Höhenflug bekommen und nimmt an einer Schreibwerkstatt teil.

Wuff

Ich bin nicht so begeistert davon, weil ich denke, so wie ich kann sie das eh nicht.

Aber soll sie es versuchen.

Besser als wenn sie versucht, mich den ganzen Tag zu erziehen.

Frau Meier

Ihr könnt ja, wenn ihr viel Langeweile habt, einmal reinschauen.

 

Vögel

Draußen wird es Frühling. Die Vögelein zwitschern, und Frauchen will wissen, was da so in ihrer Umgebung alles herumträllert.

Also suchte sie sich Hilfe im Internet, und fand eine “Äääp” die sie herunterlud.

Mit der Kaffeetasse und dem Handy saß sie dann fröhlich auf der Terasse und versuchte, mit der “Äääp” die Vögel zu bestimmen. Sie war hellauf darüber begeistert, was hier so herumfleucht.

Es ging mir gewaltig auf den Keks, dass sie den Vögeln soviel Aufmerksamkeit widmete.

Ich versuchte vergebens, sie zum Spielen aufzufordern. Warf ihr den Ball auf den Schoß, bellte sie an und zog an ihren Beinen.

Nichts half.

Abends dann, auf dem Sofa, spielte sie mit dem Handy rum. “Ob ich wohl auch erkannt werde?” kicherte sie.

Sie schaltete die “Äääp” ein und begann, komische Geräusche zu machen.

“Ein Vogel wurde erkannt.” las sie vor und zappelte vor Aufregung mit den Beinen.

“Nebelkrähe” las sie und schmiss das Ding auf den Tisch.

Tja, manchmal ist auch das Internet gerecht.

Wuff

 

 

bel

Machtübernahme Teil 1

Diese Woche war wieder die nette Hundetrainingsdame da.

Bestimmt fragt sich jetzt der eine oder andere, warum ich immer Einzeltraining bekomme.

Tja, das ist eine nicht so rühmliche Geschichte….

Herrchen und Frauchen sind krank. Nicht so, dass sie mal Bauchschmerzen haben vom vielen Futtern, so wie ich.

Nein, sie sind so krank, dass es nicht wieder weggeht. Also nix mit Spritze beim Tierarzt oder so.

Alles ein bischen schlimmer.

Deshalb kann mein Herrchen nicht mehr so schnell rennen, wie er möchte und vielleicht auch mal konnte. Obwohl ich ja nicht glaube, dass man mit so langen Beinen rennen kann. Ich könnte das nicht.

Wobei Herrchen sich nicht mal die Mühe macht und zu rennen versucht. Er schummelt dann lieber und nimmt so ein Ding mit Rollen und setzt sich rein.. Er hat sich noch ein Teil dafür gekauft dass vorn dran befestigt wird und fährt dann mit den Händen Fahrrad.

Das Ding ist Klasse, immer wenn er es rausholt, weiß ich, jetzt gehts los. Wir bekommen damit so eine Geschwindigkeit hin, da wackeln die Straßenlaternen.

Vielleicht melden wir uns eines Tages damit zum Ein-Hund-Schlittenrennen an.

Wuff

An einem Tag, als Herrchen fast auf mich drauf fiel, habe ich gemerkt dass er hier nicht mehr der Boss sein kann…. Er hat einfach das Gleichgewicht verloren. Ich habe mich furchtbar erschrocken, und brauchte eine Weile, um mich zu beruhigen.

Es ist nun mal so, ein Rudel muss einen Chef haben. Einen, der alle zurechtweist, der weiß, wo es langgeht und vor allem, der bestimmt, was gemacht wird. Ein Rudelchef muss gesund sein und fit, finde ich.

Da dachte ich mir nun in meinem schlauen Terrierkopf…He! Das ist doch was für mich! Ich bin klug, schnell und schlau. Und ich erreiche immer was ich will! Den Job kann ich machen.

Dann begann ich, nach allen Regeln der Hundekunst, mein Rudel zu übernehmen.

Ich schob mich dazwischen, wenn Herrchen Frauchen küsste, ich bellte und knurrte, wenn Frauchen den Pimpf umarmte und knurrte sie an, wenn mein Futter nicht schnell genug kam.

Sie bemerkten von meiner beginnenden Übernahme jedoch noch nichts…im Gegenteil. Sie dachten, ich wäre in der Spätpupertät…..

 

 

 

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Surfen

Nun ist schon einige Zeit seit meiner OP vergangen, und ich muss sagen, ich bin topfit.

So fit, dass ich wieder durch die Wohnung toben kann, bis die Wände wackeln. Ich bring sie auch genügend zum Wackeln wenn ich meinen Flitz habe, wie Frauchen das nennt.

Los geht’s immer in der Küche, auf den Fliesen kann man prima schliddern. Da ich da nicht soviel Bodenhaftung habe, geht da auch schon mal was zu Bruch, ich mein, die müssen ja die Wasserflaschen nicht auf den Boden stellen, wenn ich spielen will.

Dann, wenn zufällig die Schlafzimmertür auf ist, ab aufs Bett. Unter die Bettdecke, einmal durchgerobbt, drauf herumgewälzt und gehüpft. Das ist ein prima Indoortrampolin.

Immer so, dass ich Frauchen grad noch entkomme, denn es ist erstaunlich, was sie trotz ihrer Figur für eine Schnelligkeit entwickeln kann.

Zum Schluss rase ich durch ihre Beine in den Flur, springe auf die Läufer und rutsche mit denen über den Boden. Solange, bis beide Läufer nicht mehr auf dem Boden, sondern zusammengeknautscht an der Wand liegen. Läufer als Surfbrett sind super. Der Flur könnte länger sein, aber man kann ja nicht alles haben.

Jaaaaa, ich bin schon ne coole Socke.

Anschließend bekommt Frauchen dann einen Flitz. Einen Aufräumflitz. Der läuft aber wesentlich ruhiger ab, wenn man von ihrem Gemecker mal absieht.

Nun habe ich festgestellt, dass ich auch prima auf die Couch klettern kann. Ich meine, auf die Couch kam ich ja schon immer, aber nun habe ich die Lehne entdeckt. Ich sag euch, wenn man von da wieder auf den Teppich springt. Ist wie Bungee jumping ohne Seil. Hehe…!

Herrchen nennt mich nun auch mit Zweitnamen Reinhold.

Wuff

Familienplanung

Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit wieder aufwachte, war es schon dunkel.

Frauchen schlief neben mir auf der alten Klappmatratze. Ich rührte mich ein wenig, und sie schreckte hoch.

“Bella, Kleine, ist alles okay?”

Ich schaute sie wieder anklagend an.

Sie fragte mich allen Ernstes ob alles okay ist. Ich fasste es nicht.

Frauchen rappelte sich hoch. Es dauerte eine Weile, bis sie es geschafft hatte, von dieser Matratze herunter- und auf die Beine zu kommen. Ich fragte mich, wie sie es wohl geschafft hatte, sich dort hinzulegen.

Aber noch hatte ich andere Sorgen.

Ich musste mal. Dringend. Nein, sehr dringend.

Sie nahm den Deckel der Box ab und mich heraus. Dann setzte sie mich auf die Wiese. Es war auch keine Sekunde zu früh…

Als sie mich wieder reintrug, stellte sie mich auf den Boden und holte einen Plastiktrichter hervor. Diesen legte sie mir vorsichtig um meinen Hals, so dass ich nicht einmal mehr sehen konnte, was der Tierarzt mit mir gemacht hat. Geschweige denn, meine Wunden zu lecken.

Sie sah mich ernst an. “Bella, wir haben dich kastrieren lassen.”

Hä?

Die haben meine Familienplanung ruiniert! Meine Zukunft mit vielen kleinen Kinderchen verbaut! Das Interesse des immer paarungswilligen Nachbarrüden von mir gelenkt!

Ich knurrte sie leise an. Ich war fassungslos.

Zu ihrem Glück konnte ich nicht lauter, da ich ja schon mit einem Bein auf der Regenbogenbrücke war.

“Bella, du hast so oft schon Gebärmutterentzündungen gehabt, du weisst, dass du fast gestorben bist. Das musste jetzt gemacht werden.” sie streichelte mich vorsichtig, aber merkte recht schnell, dass auch Hunde, die mit einem Bein auf der Regenbogenbrücke stehen, grantig werden können.

Ich verzog mich knurrend auf das bereitgelegte Kissen auf den Boden und würdigte sie keines Blickes mehr.

Sie mich allerdings auch nicht.

Kopfschüttelnd verzog sie sich wieder auf ihre Matratze und zog leise stöhnend die Decke über den Kopf.

Dann lagen wir die ganze Nacht wach.

Frauchen, weil sie eigentlich viel zu schwer für diese Matratze war, und ich, weil mein Bauch weh tat und ich mich mit diesem bescheuerten Trichter nicht einrollen konnte.

Mist.

Wuff

 

 

 

Aua

imageLetzte Woche, früh am Morgen, holte Herrchen meine Lieblingstransportbox aus der Garage. Ich stutzte, Frauchen hatte doch gar nichts gesagt, wegen Pension oder so.

Außerdem hatte ich noch nicht gefrühstückt, auch Abendessen gab es zuvor nicht.

Trotzdem sprang ich powackelnd hinein. Ich dachte mir, vielleicht wollen sie mich überraschen, dass ich mir vielleicht mein Frühstück einmal selbst fangen darf. So richtig Kuh am Stück ode  eine leckere Forelle …..ich fing schon an zu sabbern.

War aber nix.

Es ging zum Tierarzt.

Herrchen stellte mich ins Wartezimmer, klopfte noch einmal leise auf die Box ” Tschüss, Kleine, bis heute Abend!”

Hä?

Dann hob mich eine Helferin mit der Box hoch und verschwand mit mir im hinteren Bereich.

Was dann kam, erspar ich euch.

Als sie mich am Abend wieder abholten, lag ich, noch benebelt von Schmerz -und Narkosemitteln in meiner Box und rührte mich nicht mehr. Ich dachte , ich muss über die berühmte Regenbogenbrücke gehen.

Frauchen standen die Tränen in den Augen, als sie mich leiden sah. Ich sah sie groß an und winselte leise. Dann fielen mir die Augen zu, und ich schlief wieder ein. ……..